
Nachdem mich "Uncle Ben" daran erinnert hat, dass ich schon ewig nicht mehr gebloggt habe, will ich mich angesichts dessen, dass das letzte Mal Ende letzten Jahres war, doch mal wieder hinsetzen und was "zu Papier" bringen...
Diesmal geht es um unsere "schöne, neue Welt", wie man an dem Bild unschwer erkennen kann. ;o)
Genauer gesagt um den Fusionismus anhand eines aktuellen, aber anonymen Beispiels:
Da gibt es das Unternehmen A, das das Unternehmen B schluckt. Da ist ja zunächst mal nichts dran auszusetzen, wenn das Ganze nicht unter dem Thema "Gewinnmaximierung" stehen würde. Also der Chef von A und der Chef von B vereinbaren die genannte Übernahme, das ganze kostet mehrere tausend Angestellte die Arbeit und der Chef von B ist der einzige, der im Vorstand von A ein Pöstchen findet... Da haben wir doch schon das erste "Geschmäckle", wie der Schwabe zu sagen pflegt. Mal abgesehen davon, dass die beiden Chefs schon einmal über eine Fusion vernahndelt haben, damals war der Chef von A allerdings bei B angestellt und der Chef von B bei der Firma C und damals haben deren Chefs die Fusion abgeblasen...
Doch jetzt sind beide an der Spitze ihrer Konzerne und keiner gebietet ihnen Einhalt...
Aber a propos Geschmäckle: Es hat auch einen kleinen, aber faden Beigeschmack, dass der Chef von A als eine seiner ersten Amtshandlungen als neues Vorstandsmitglied bei A durchgesetzt hat, dass die Klitsche D aufgekauft wird, eine Firma, die eigentlich völlig unbedeutend für A ist. Fast so, als ob der FC Bayern sich den FC Oberwiesental einverleiben würde. Relativ sinnfrei, wenn da nicht die Kleinigkeit wäre, dass der (heutige) Chef von A der Schwiegersohn vom Chef von D ist. Das sorgt dann doch für den faden Beigeschmack...
Hm, irgendwie ziemlich destruktive Gedanken soweit, aber es ist schon eine Krux mit dem Wirtschaftsleben heute: Mit den fadenscheinigen Begründungen der wirtschaftlichen Notwendigkeit werden Entscheidungen von Unternehmenslenkern getroffen, die entweder persönlichen Eitelkeiten oder der persönlichen Brieftasche dienen. Und das während die "einfachen Angestellten" um ihre Existenz bangen müssen.
Ich denke, mit dieser Einstellung der Bosse wäre ein Wirtschaftswunder, wie es in der Mitte des letzten Jahrhunderts stattgefunden hat, nicht möglich gewesen. Aber vielleicht hat sich auch einfach die Welt weitergedreht und wenn man in der "Nahrungskette" des Unternehmens ganz unten steht, hat man einfach schlechte Karten...
Aber ist das deshalb richtig?
Sollten wir nicht alle nach dem Motto aus 3. Mose Kap.19 Vers 18: "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst" handeln?
Dann sollten wir, als eventuell Betroffene, aber auch nach Matth. 5, 44 handeln:
"Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen".
An dem Bild oben, der schematischen Darstellung einer Fusion, sieht man, dass wenn zwei annähernd gleich Große Dinge fusionieren, zwar etwas größeres entsteht, aber auch ein Rest wegfällt. Nun kann man hoffen, nicht zu dem Rest zu gehören oder man versucht, das Beste draus zu machen...
Vielleicht eröffnet es ja auch neue Chancen, auch wenn man zum Rest gehört...
