Ich dachte eigentlich, dass mit dem Verlassen des Teenie- und Jugendalters das Gefühl des Ende-der-Freizeit-Lochs sich endgültig verändert hat. Früher war es doch so, dass man plötzlich allein zuhause gesessen hat und irgendwie die halbe Welt, zumindest aber die Freizeit-Teilnehmer und -Mitarbeiter schmerzlich vermisst hat und dass einfach niemand dieses Loch so wirklich stopfen konnte.
Tja, im "Jungen-Erwachsenen-Alter" hat man dann irgendwann eine Freundin oder Frau gehabt oder war zumindest so abgeklärt, dass man da drüber stand.
Und nun ist es wieder passiert, wir waren mit unseren Teenies im Forsthaus und nun sitze ich hier und setze den Entschluss um, den ich während der Fahrt getroffen habe: Hierüber zu schreiben.
Dies war eine der genialsten (wenn nicht sogar wirklich die allerbeste) Freizeit, an der ich teilgenommen habe. Auch wenn das jetzt sehr unbescheiden ist, da ich sie mit geleitet habe. Aber so intensive und tiefgehende Begegnungen... WOW!
Aber fangen wir mal ganz vorne an: Die Freizeit haben wir im Frühjahr gebucht und im Sommer geplant, nicht wissend, was bis dahin alles passieren sollte. Dass knapp 2 Wochen vorher Kirstens Mutter mit dem Tod ringen würde, dass wir kaum einen Kopf für die Vorbereitung haben würden, dass Kirsten nicht mitkommen würde, dafür aber unser neuer Pastor Valery und ein Mitglied der Gemeindeleitung, Dietrich. Und dass dann auch noch Christian (einer der 3 verbleibenden eigentlichen Mitarbeiter) wegen Projekt-Stress erst am Samstag nachmittag nachkommen könnte.
Aber mal der Reihe nach:
Nachdem wir uns als Ersatz für Kirsten (und falls ich doch noch ausfallen würde) 2 Ersatzmitarbeiter gesichert hatten, ging es dann für mich sehr kurzfristig, durch die Ereignisse um meine Schwiegermama, in die Vorbereitung des Startabends, den Rest haben Christian und Silke dankenswerter Weise übernommen. Montag abend haben wir beschlossen, dass ich doch noch das Samstagvormittag-Thema übernehme, weil Christian damit nicht klar kam, was sich angesichts Christians Projekt-Drucks als eine passende Entscheidung herausstellen sollte.
So versuchten wir also unser Bestes zu geben und starteten mit flauem Gefühl in den Freitag und in dieses Wochenende. Auch wenn die Losung von Freitag (1.Kor. 3, 6)doch Mut gemacht hat. Und es war dann tatsächlich so, dass Gott wirklich das Gedeihen geschenkt hat.
Wir hatten als Thema "Friends" und haben uns im Blick auf Freundschaften mit Kennenlernen ("Speed-Dating" als Kennenlernabend ausprobiert), der Wichtigkeit von Freunden, dem Aufgeben der Eigenrotation um Freunden zu helfen und letztendlich dem Verstehen und Verstanden-werden (oder auch die 5 Sprachen der Liebe) beschäftigt, was auch für mich recht aufschlussreich war: Ich bin ein "Lob & Anerkennung" und "Körperkontakt"-Typ.
Nun waren es die Gespräche und Begegnungen mit den Teenies und schließlich auch deren Feedback, die uns gezeigt haben, dass da Gott am Wirken war. Oder um Bezug auf die genannte Korinther-Stelle zu nehmen: Ich habe gepflanzt, Silke hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben. Anders kann ich mir das alles nicht erklären, thematisch eine absolut runde Sache, Kraftgenerierung wo vorher der K.O. nah war und der zeitweise Ausfall von Christian, der gar nicht mehr (programmtechnisch gesehen) tragisch war.
Und dann am Ende das Lob (wie war das noch mit den 5 Sprachen?) unseres Pastors: Man merkt, dass wir Mitarbeiter Reich Gottes leben, dass wir bei unseren Teenies präsent und sie unser Zentrum sind, für sie Ansprechpartner und Authoritätsperson gleichzeitig sind. Wir würden unsere Arbeit sehr gut machen, er hätte schon ganz anderes erlebt.
Reich Gottes "leben" nicht einfach nur "bauen". WOW zum zweiten...
Und nun bin ich hier und vermisse all das: Unsere Gemeinschaft, die Teenies und Christian und Silke.
Aber zum Glück kommt bald Kirsten aus Hannover wieder, in einer halben Stunde werde ich mich auf den Weg nach Frankfurt machen, um sie am Bahnhof abzuholen.
Darauf freue ich mich noch mehr...
Nun nach dem HR1-Slogan im Titel noch eine kleine Anleihe in der Musik:
"Ich liebe dieses Leben"...
