
Schon mal eine Fußwaschung mitgemacht?
Ich fand das sehr interessant, hab da eine sehr intensive Gotteserfahrung gemacht und das obwohl ich doch eher gar keine Lust auf die Veranstaltung hatte. Aber sind das nicht meistens die besten Zeiten, die Momente von denen wir gar nichts erwarten?
Z.B. die Party, auf die man so gar keinen Bock hat, ist dann doch oftmals doch richtig cool...
Naja, jedenfalls hatte ich auf das Gemeindeforum nicht so wirklich Lust, aber das Pflichtgefühl hat gesiegt und das obwohl ich einen Arena-Fußball-Nachmittag mit meinem ältesten besten Freund, der eigentlich weit weg wohnt als Alternative gehabt hätte...
Nun denn: Nachdem wir eine sehr intensive Zeit hatten, um Gott zu begegnen und zu beten, wurde mir angeboten, mir die Füße waschen zu lassen. Damit tue ich mich an sich schon schwer, nämlich dass jemand anderes mir "dient". Aber ich dachte mir, ich lass mich mal drauf ein und es war richtig cool. Zunächst mal im wahrsten Sinne des Wortes, denn das Wasser war mittlerweile "eiskalt".
Aber was danach kam, hätte mir die Schuhe ausgezogen, wenn ich noch welche angehabt hätte: Die Person, die mir die Füße gewaschen hatte, betete plötzlich für mich (was an sich nicht so ungewöhnlich ist) und zwar genau das, was mich die ganze Zeit vorher gedanklich bewegt hat.
Das war für mich der Oberhammer, denn die Person konnte absolut nichts davon wissen!
Und auch ansonsten hat sich in dieser Zeit total viel ereignet: Leute die sich eher "feindlich" gegenüberstanden haben sich plötzlich ebenfalls voreinander "erniedrigt" und dem Anderen die Füße gewaschen, sich um Vergebung gebeten und einander minutenlang weinend in den Armen gelegen. Und zwar "gestandene" Männer, die sonst nicht viel Emotionen zeigen. Oder die sich mit "geistlichen" Dingen eher schwer tun, haben Eindrücke an andere weitergegeben.
Kurzum: es hat sich ne Menge gedreht und mich hat diese Zeit so sehr bewegt, dass ich mich danach nicht auf die folgenden Gemeindeleitungsstruktur-Gespräche nicht einlassen konnte und mich erstmal zurückgezogen habe. Aber das fand ich auch nicht so schlimm.
Es hat einfach gut getan, zu merken, dass man sich in Gottes Nähe befindet oder um es mal fromm auszudrücken: zu seinen Füßen zu sitzen.
Was außer diesen Eindrücken bleibt, ist mal wieder die Erfahrung, dass gerade wenn man nix erwartet, sich doch eine Menge bewegen kann...
